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Gewusst, wie:

Verarbeitung wasserverdünnbarer Lacke und Lasuren

Die Vorteile wasserverdünnbarer Lacksysteme gegenüber lösemittelhaltigen Materialien wirken sich wesentlich stärker im Umfeld einer Lackiererei aus, als man zunächst vermutet. Wasserverdünnbare Lasuren und Lacke bieten unter anderem Vorteile bei den Auflagen der Gewerbeaufsicht, den Emissionswerten, der Konzeption von Filteranlagen und elektrischen Einrichtungen, der Explosions- und Feuergefahr und der Gesundheitsbelastung der Mitarbeiter.

Lackiertechnischer Zusatznutzen wie Verzicht auf Raumbelüftung, Einschränkung der Raumtemperierung und radikale Verkürzung der Lackiertaktzeiten wird zwar häufig suggeriert, ist aber in der Praxis ohne Einschränkung des Lackierergebnisses nicht zu realisieren. Zur Vermeidung von Lackierfehlern möchten wir darum auf einige Punkte hinweisen:

 

1. Feuchteabfuhr und Temperierung
Die Ansicht, dass man bei wasserverdünnbaren Lacken, weil keine organischen Lösemittel vorhanden sind, nicht zu lüften braucht, ist falsch. So lange sich Wasser in der Lackschicht befindet, kann diese nicht aushärten. Es ist deshalb sehr wichtig, für eine gute Entlüftung der Trockenräume zu sorgen.

 

2. Nassschichtdicke
Die Rheologie vieler Dispersionslacke erlaubt die Applikation von Nassschichtdicken in einer höheren Größenordnung. Derart dicke Lackschichten können jedoch innerhalb der normalen Trocknungszeit von 12–18 Stunden nicht genügend durchhärten, was zu Problemen bei Transport, Anschlagen und Abstapeln von Fenstern führt. Wem an einer guten Durchtrocknung der Lackschicht über Nacht gelegen ist, sollte wasserverdünnbare Lacke nicht dicker als 150 μm nass auftragen.

3. Trocknung
Wenn nur aufgrund des Augenscheins oder durch manuelle Berührung auf Trockenheit geschlossen und schon nach wenigen Stunden eine zweite Lackschicht appliziert wird, kann die erste Lackschicht durch das Wasser der zweiten Lackschicht anquellen und danach stark verzögert weitertrocknen.

 

4. Dichtprofile
Versiegelungsmaterialien und Lippendichtungen müssen auf das Wasserlacksystem abgestimmt sein, um Anquellungen, Verfärbungen und Verklebungen bei/mit der Beschichtung zu vermeiden.

 

5. Beschläge
Beschläge und Befestigungen müssen korrosionsfest sein. Der Anpressdruck zwischen Rahmen und Flügel sollte am gesamten Bauteil (Flügel) gleichmäßig und nicht zu hoch sein.